Stocksport ?? - Was ist denn das?

Volkssport im Alpenraum:

Einen kompletten Eisstock (Stockk√∂rper, Laufsohle und Eisstockstiel), eine Bahn zum Spielen (Eis, Asphaltbahn, Betonpflasterbelag) und ein paar Mitspieler - mehr braucht der Eisstocksch√ľtze nicht, um seiner liebsten Freizeitbesch√§ftigung nachzugehen.

Saison haben die Stocksch√ľtzen das ganze Jahr. Auf Natureis, Kunsteis- und Asphalt- oder Betonpflasterbahnen kann man 365 Tage spielen. Doch die meisten Eisst√∂cke sind im Winter im Einsatz. Wenn die Seen und Fl√ľsse zugefroren sind, setzen alleine in Bayern und √Ėsterreich ¬†Hunderttausende zum Schuss oder die Ma√ü auf die Daube an.

 

Eine der ältesten Wintersportarten:

In Deutschland wagten sich die ersten Stocksch√ľtzen imDie Vogelfalle und Winterlandschaft von Pieter Brueghel (1596)¬†16. Jahrhundert aufs Eis. Damals hatten sich vor allem¬†Bauern und Handwerker die Winterzeit damit vertrieben.¬†Heute tummeln sich Jung und Alt auf den glatten Fl√§chen¬†zum "Mensch √§rgere dich nicht" auf dem Eis. Denn wem¬†macht es keinen Spa√ü, den Gegner kurz vor dem¬†Spielgewinn noch eins ‚Äěauszuwischen‚Äú.

 

 

 

 

 

 

Die Vogelfalle und Winterlandschaft

von Pieter Brueghel (1596)

 

 

 

Das Sportgerät:

Der Eisstock besteht aus Stockkörper, Stiel und Laufsohle und hat ein zulässiges Gesamtgewicht von ca. 5,0 Kilogramm. Auf Eis sind die Laufsohlen aus Naturkautschuk und auf Sommerbahnen aus Kunststoff.

 

Der sportliche Vergleich

Rund 75.000 Eisstocksch√ľtzenInnen sind in bayerischen Vereinen organisiert. Die ersten Vereine wurden bereits Mitte der 1920er Jahre gegr√ľndet. Die Mitglieder √ľben Mannschafts-, Ziel- und Weitensport aus und messen sich in offiziellen Wettbewerben. Bereits 1926 wurde die erste deutsche Meisterschaft ausgetragen. Den internationalen Vergleich gibt es bei Europa- und Weltmeisterschaften f√ľr Jugend, Damen und Herren in den o.g. Wettbewerben (Mannschaft ‚Äď Ziel ‚Äď Weit).

 

Das Spiel:

Zwei Mannschaften (je 4 SpielerInnen) spielen gegeneinander. Auf dem Spielfeld wird die Bahn markiert und das Ziel - die Daube - platziert. Dann locker durchschwingen und beim Abspiel einige Schritte nach vorne machen. Mit viel Gef√ľhl landet der Stock dann an oder nahe der Daube.

Doch ein gut platzierter Stock garantiert noch nicht den Sieg. Jeder nachfolgende Mitspieler kann sowohl den schon gesetzten Stock als auch die Daube verschieben und sich oder seine Mitstreiter in die bessere Ausgangsposition bringen. Ein wahres "Mensch ärgere dich nicht“ auf dem Spielfeld. Am meisten Spaß macht es, den Gegner noch kurz vor dem Gewinn der Kehre (so heißt ein Durchgang) rauszuwerfen.
 
Da hei√üt es, Ruhe bewahren, auch wenn der Stock mal √ľbers Ziel hinausschie√üt und wom√∂glich noch St√∂cke der Mitspieler oder die Daube in eine ung√ľnstige Position legt. Denn ganz ohne Kommentar - "der trifft heute nur Bekannte‚Äú - oder √§hnliche nette Bemerkungen der geselligen Runde wird ein Fehlschuss nicht bleiben. Trotzdem macht das Eisstockschie√üen einen Heidenspa√ü und sp√§testens, wenn hinterher √ľber die richtige Taktik und den richtigen Schuss bei einem Gl√ľhwein oder Bierchen philosophiert wird, versteht man sich ja doch wieder. Denn zur Grundausr√ľstung geh√∂rt auf jeden Fall ein gut gef√ľllter Korb mit Getr√§nken und Leckereien.¬†

Und lassen Sie sich von den Regeln nicht abschrecken: Am besten schnappen Sie sich beim ersten Mal einen Eisstock-Freizeitprofi und probieren das Spiel direkt vor Ort aus.


Die Regeln:

Ein Spiel (nach den internationalen Eisstockregeln = IER) besteht aus "6 Kehren".
Eine "Kehre" ist ein Durchgang eines Spiels. Der erste Stock, der der Daube näher ist als der Beste des Gegners, zählt 3 Punkte.
Jeder weitere Stock, der besser steht als der beststehende Stock des Gegners, zählt 2 Punkte.
Maximal sind also von einer Mannschaft pro Kehre 3+2+2+2 = 9 Punkte möglich.
Bei gleicher Entfernung der gegnerischen St√∂cke zur Daube, werden f√ľr diese St√∂cke keine Punkte vergeben.
Gewonnen hat, wer die meisten "Stockpunkte" in den 6 Kehren erzielt.
F√ľr ein gewonnenes Spiel gibt es zwei Punkte, f√ľr ein Unentschieden einen Punkt.

Hobbym√§√üig wird oft auch nach der Z√§hlweise ‚Äě6-9-aus‚Äú gespielt, d.h. bei 3 z√§hlenden St√∂cken einer Mannschaft ist ein Spiel gewonnen!

 

Die Verbände:

Die bayerischen Vereine sind im BEV (Bayerischer Eissport-Verband) organisiert, dieser ist Mitglied im DESV (Deutscher Eisstock-Verband), dieser wiederum in der IFI (International Federation Icestocksport = 41 Nationen).

 

- Abhandlung von Max Moritz -